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Uganda – soziale Ungleichheit niedriger als in den Vereinigten Staaten

Mit einiger Häme sind die neuesten Nachrichten über die Einkommensverteilung in den USA und anderen Ländern im Handelsblatt vom 4.10.2011 dargestellt worden. Das Blatt schreibt, dass die Einkommenskluft zwischen Arm und Reich 2011 in Amerika so groß war, wie seit mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr. Damit sei das Einkommens-Ungleichgewicht in der weltgrößten Volkswirtschaft schlimmer als in Uganda. 

Im Jahr 2010 entfielen auf das Top-1-Prozent der US-Familien 93 Prozent des Einkommenszuwachses, wie aus einer Analyse von Emmanuel Saez, einem Volkswirt an der Universität Berkeley, hervorgeht. Sie beruht auf Daten der US-Steuerbehörde.  Die reichsten 1,2 Millionen Haushalte, die das oberste eine Prozent in der Reichtums-Skala ausmachen, steigerten ihre Einnahmen im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent.  Für die 96 Millionen Haushalte, die die unteren 80 Prozent ausmachen, ging es hingegen gleichzeitig um durchschnittlich 1,7 Prozent abwärts. “Ein Einkommens-Ungleichgewicht in einer Größenordnung, wie wir dies zurzeit sehen, zerstört unsere Demokratie”, sagt Bob Crandall, früherer Konzernchef von American Airlines, im Interview mit Bloomberg News. “Die ganze Verantwortung scheint verloren gegangen zu sein.”

Uganda dagegen befindet sich trotz aller politischer Probleme in einem stetigen Aufwärtstrend. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2011 um 6,3 % gestiegen. Investitionen und Konsum stiegen sogar um 7 %.

Natürlich ist der Vergleich der USA mit diesem afrikanischen Land nicht wirklich Ausdruck einer umfassenden Einschätzung und hat in den Kommentarspalten des Handelsblattes entsprechenden Ärger bei den Lesern ausgelöst, die mit Recht darauf hinweisen, dass die Ausgangsbasis von Uganda nicht mit der der Vereinigten Staaten verglichen werden kann. Noch immer bestimmen Hunger und Armut in weiten Teilen des Landes die Situation der Menschen.

Nichtsdestoweniger beleuchtet der etwas skurrile Vergleich  einen neuen Trend in der Berichterstattung über Afrika. Die Nachrichten beginnen sich aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche Amerikas und Europas immer mehr auf die Wachstumsmärkte der Zukunft zu besinnen,- und dazu gehört sicherlich der afrikanische Kontinent, der Wachstumsraten vorweist, wie sie nur in den besten Konjunkturzeiten der Industrienationen vermeldet werden konnten.