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“Fairer” Handel mit Afrika – eine Illusion

 

Der „faire“ Handel in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt und ist zu einer Marktsequenz auch im Lebensmittelsektor geworden, die große Händler, wie auch Supermärkte und Lebensmittelketten und nicht zuletzt den Verbraucher erreicht hat.

Es ist im Bewusstsein der Menschen verankert, dass nur Lebensmittel konsumiert werden sollten, die unter fairen sozialen Umständen und ökologisch einwandfreien nachhaltigen Bedingungen angebaut worden sind. Marken , wie „Fairtrade“ und andere haben sich im Markt etabliert und viele Konsumenten sind froh mit dem Kauf dieser Artikel auch den Produzenten in den Entwicklungsländern zu helfen und diese nachhaltig zu unterstützen. Die Marktanteile haben inzwischen 10% bei den entsprechenden Produktgruppen erreicht und teilweise überschritten.

Nur wenigen wird in diesem Zusammenhang klar, dass die Produzenten der „fairen“ Lebensmittel, die nach europäischen und deutschen Regeln produziert und zertifiziert werden, selber nicht in den Genuss dieser Privilegien kommen. Die Regeln, die in Deutschland für „faire“ Lebensmittel aufstellt werden, sind für den Export nach Deutschland und die Gesundheit der deutschen Bevölkerung optimiert.

Nur einzelne Stimmen fordern gleichermaßen „faire“ Lebensmittelexporte in gerade die Länder, von denen wir faires Handeln bei der Produktion verlangen.

Es handelt sich beim „fairen Handel“ also immer noch um eine Einbahnstrasse, die zwar afrikanische Produzenten bindet, deutsche Qualitätsnormen einzuhalten, deutsche Unternehmen jedoch zu keinen solchen Regeln beim Export verpflichtet.

Bestes Beispiel dafür sind die Skandale um die Hähnchenschenkelexporte, die ausgiebig in den Medien beschrieben wurden. Deutsche Produkte aus der Massentierhaltung werden aufgrund der Unverkäuflichkeit beim deutschen Konsumenten nach Afrika exportiert und dort unter Nichtbeachtung grundlegender Hygiene und Qualitätsnormen zu Dumpingpreisen verkauft.

„Fairerweise“ ist bei diesen Exporten die lokale Hähnchenproduktion der Kleinbauern in vielen Ländern bereits nachhaltig zerstört worden. Es muss also umgehend ein Umdenken auch bei dem deutschen Verbraucher angeregt werden, das darauf hinausläuft zu erkennen, dass nicht nur die eigene Gesundheit wichtig ist, sondern auch die Gesundheit der Produzenten unserer importierten Lebensmittel.

Zur Vertiefung hier die passende Veranstaltung in Köln am 7. April 2016