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Hunger und Gewalt in Südsudan – UNO machtlos

Anhaltende gewaltsame Konflikte und hohe Nahrungsmittelpreise drohen Millionen Menschen im Südsudan in den Hunger zu treiben.„Ein Sturm bahnt sich an: Hunger bedroht den Südsudan, verursacht durch Ernteausfälle und Störungen der Märkte“, berichtet der Landesdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) im Südsudan. „Die Nahrungsmittelpreise haben sich bereits verdoppelt und teilweise sogar verdreifacht.
Gewaltsame Konflikte und wachsende Unsicherheit gepaart mit mangelnder Infrastruktur und der Schließung der Grenzübergänge zwischen Sudan und Südsudan behindern den Handel mit Nahrungsmitteln, führen zu Nahrungsmittelmangel und hohen Preisen in den angrenzenden Gebieten im Südsudan.
Hinzu kommt , dass durch ethnisch motivierte Gewalt, Kämpfe um Rinderherden und Racheakte bereits im vergangenen Jahr in Jonglei nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1100 Menschen getötet und rund 63’000 aus ihren Häusern vertrieben wurden. Die UNO entsandte hunderte Blauhelm-Soldaten in die Region. Ausserdem griff das südsudanesische Militär mit 3000 Soldaten ein und 800 Polizisten wurden eingesetzt.
 Tausende schwer bewaffnete Kämpfer des Stammes der Lou Nuer haben die Stadt Pibor im westlichen Bundesstaat Jonglei gestürmt und Jagd auf Angehörige der Murle gemacht. Die jungen Männer brannten Hütten nieder und plünderten ein Spital der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.
 Die stellvertretende Koordinatorin für UNO-Hilfe im Südsudan, Lise Grande, rief die Angehörigen der Murle in der Stadt Pibor auf, sich «in den Busch in Sicherheit zu bringen». Nach UN-Angaben sind 20.000 bis 50.000 Menschen auf der Flucht vor diesem Gewaltausbruch rivalisierender Stämme.